Da wir während der Spaziergänge mit unserem Hund nicht ständig Zeit oder vielleicht auch Lust haben, die Leinenführigkeit konsequent zu trainieren, ist es nicht leicht, sie sauber aufzubauen. Reagieren wir einmal auf den Zug des Hundes an der Leine und einmal lassen wir uns mitziehen, ist das für den Hund wie Lotto spielen. Er lernt, dass er nur lange genug ziehen muss, um schließlich doch ans Ziel zu kommen.

Daher ist es sinnvoll, dem Hund ein Signal beizubringen, welches bedeutet „Nun musst Du an lockerer Leine laufen“, und ein anderes Signal, das dem Hund erlaubt, „zu ziehen“.

Z. B.:

„Lockere Leine Modus“: Trainingsleine am Halsband oder Geschirr

„Ich-darf-ziehen Modus: Längere Leine am Halsband oder Geschirr (Eine Schleppleine bitte nur am Geschirr befestigen und nicht am Halsband)

Durch diese klare Trennung wird Ihr Hund viel schneller und leichter lernen, an lockerer Leine zu laufen.

Die Gassirunden absolvieren Sie überwiegend am Geschirr und der langen Leine. Hieran darf der Hund seinen Bedürfnissen nachgehen.  Auch bleiben Sie  hin und wieder mal stehen, um den Hund seine Umwelt erkunden zu lassen. Immer mal wieder, jedoch anfangs für maximal fünf Minuten, legen Sie dem Hund die kurze Leine ans Halsband und üben konsequent die Leinenführigkeit. Während dieser Phase darf der Hund weder schnüffeln noch stehen

Hallo Ihr Lieben,

ich bin es mal wieder, der Thalis.

Viel zu lange habe ich nichts mehr geschrieben, aber manchmal geht es halt nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe.

Nun geht das Jahr 2015 zuende und wir beschäftigen uns mit Gedanken an das alte und Wünschen an das neue Jahr.

Das Jahr 2015 war leider nicht so, wie Petra und ich es uns gewünscht hatten.

Es ging ganz gut los. Das Trainingsgelände war sicher und es kamen immer mehr Hundehalter, die mit ihren Hunden bei Petra trainieren wollten.

Dann machte Petras Rücken nicht mehr mit. Schmerzen hatte sie schon lange mal hin und wieder. Doch plötzlich waren es nicht nur noch etwas Rückenschmerzen, sondern durch den Po ins Bein schossen immer wieder starke Schmerzen. Ach, hat Petra gedacht, das wird schon wieder. Was macht eine selbständige Hundetrainerin? Weitermachen und den Schmerz ignorieren. Aber lange ging das leider nicht gut. Die Schmerzen wurden immer stärker und Ende September ging gar nichts mehr. Kein Stehen, kein Liegen, kein Sitzen und schon gar kein Autofahren. Gsd hat Petra eine liebe Mama, die zurstelle war, und sich in dieser Zeit um mich kümmern konnte. Petra hatte mehrere Arzttermine und hat letzendlich über einige Wochen Spritzen bekommen, die die Nervenschmerzen im Bein vorerst betäubt, und die Schmerzen gelindert haben. So konnte Petra langsam wieder ihren Job machen und sich physiotherapeutisch begleiten lassen. Im Moment geht es ihr so lala. Wir wissen beide, dass es keine endgültige Lösung war, aber zurzeit muss es halt nur manchmal eine Schmerztablette sein, und ansonsten klappt es ganz gut.

Ja, und ich bin leider auch sehr krank. Vor einigen Wochen haben liebe Menschen beim Streicheln festgestellt, dass ich am Hinterkopf eine Beule habe. Petra ist mit mir natürlich sofort zur Tierärztin gefahren. Die war auch ganz geschockt und hat uns zum CT überwiesen. Dort wurde leider festgestellt, dass ich einen bösartigen Tumor am Kopf habe, der aufgrund seiner Lage (nahe an Muskeln und Nerven) und der Tatsache, dass er 2-3 cm mit Muskelgewebe verwachsen ist, nicht operiert werden kann. Mir macht es eigentlich nichts aus, weil ich ja gar nicht weiß, was mit mir los ist. Aber Petra war total fertig. Grade war sie selber gesundheitlich auf einem guten Weg und hätte all ihre Kräfte für sich gebraucht. Und nun eine solche Diagnose. Natürlich hatte sie sehr große Angst um mich. Wie entwickelt sich der Krebs in meinem Körper? Bekomme ich bald Schmerzen? Leidet meine Lebensqualität? Sie hat geweint, sehr viel geweint. Und dann eine Entscheidung getroffen. Nein, eine Chemotherapie kommt nicht infrage, hat sie entschieden. Aber einfach abwarten wollte sie auch nicht. Homöopathisch begleiten, dafür hat sie sich entschieden. Ihre Tierärztin konnte ihr eine gute Adresse geben. Nun bekomme ich morgens und abends ein entsprechendes Mittel verabreicht. Meine Beule ist tatsächlich kleiner geworden, aber ich habe an anderen Stellen meines Körpers auch diverse Beulen. Also wissen wir nicht, möchten wir auch nicht wissen, ob es sich auch um bösartige Tumore handelt. Ich bin älter geworden, gestern habe ich meinen 10. Geburtstag gefeiert. Oft möchte ich nachts nach draußen und im Garten weiterschlafen. Vor einigen Tagen bin ich, nachdem ich eine Böschung runtergelaufen war, um zu trinken, nicht mehr hochgekommen. Meine Hinterhand hat nicht mehr mitgemacht und es hat mir wehgetan. Gsd haben Petra und Achim (Petras LG) mich stützen und mir hochhelfen können. Nun bekomme ich wieder mal Schmerztabletten. Macht mir ehrlich gesagt nichts aus. Hauptsache ich bin schmerzfrei, kann den ganzen Tag (und auch nachts) in den Garten gehen, wenn ich will, bekomme regelmäßig leckeres Futter, gehe meine Runden (mit Ruhepausen, wenn ich mir mal wieder zuviel zutraue) und bin immer dabei.

Was Petra in diesem Jahr auch sehr zugesetzt hat, ist, dass sie ihr Trainingsgelände verloren hat. Schon lange ist sie auf der Suche nach einem neuen Hundeplatz. Viele Anfragen hat sie gestellt, manchmal bekam sie noch nicht einmal eine Antwort. Doch nun sieht es ganz gut aus. Eine Möglichkeit hat sich aufgetan. Doch es steht noch die Zusage vom Bauamt Nienburg aus. Solange heißt es noch warten, hoffen und Daumen drücken.

Soweit zum Jahr 2015.

Nun möchte ich mich mit den Wünschen für 2016 beschäftigen:

Ich wünsche Petra von Herzen ein neues Trainingsgelände und dadurch die Möglichkeit, weiterhin als Hundetrainerin zu arbeiten, und daran zu wachsen.

Ich wünsche mir für mich, dass ich auf jeden Fall noch elf Jahre alt werde.

Ich wünsche Petra, dass sie ohne OP schmerzfrei wird, und ihren Bandscheibenvorfall hinter sich lassen kann.

Ich wünsche mir, dass die Menschen ihrem Herzen folgen.

Ich wünsche mir, dass wir Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden können.

Ich wünsche Euch und all Euren Lieben einen guten Rutsch in ein glückliches und gesundes neues Jahr!!!

 

Herzliche Grüße

Eurer Thalis

 

 

 

 

Hallo liebe Hundefreunde und vierbeinige Kumpels!

Mein Name ist Thalis, ich werde diesen Monat neun Jahre alt, komme aus Griechenland und lebe seit Juni 2006 bei Petra.

Hundeführerschein

Ich hatte mir ganz fest vorgenommen, die Selbständigkeit meines Frauchens von Beginn an mit einer Art Tagebuch zu begleiten, komme aber irgendwie erst heute endlich dazu, das erste Mal etwas zu schreiben.

Ihr wisst ja, wie das ist, zwischen schlafen, fressen, spazieren gehen, im Garten dösen und vielen anderen wichtigen Dingen findet Hund schwer Zeit, mal einige Zeilen zu verfassen.

Nun ist das Wetter schon seit einigen Tagen zum eigentlich gar nicht vor die Tür gehen, geschweige denn im Garten zu liegen. Also mache ich es mir jetzt drinnen gemütlich und schreibe.

Also als erstes muss ich sagen, dass ich super stolz auf mein Frauchen bin. Als ich zum ersten Mal mitbekommen habe, dass sie sich als Hundetrainerin selbständig machen möchte, hatte ich ein wenig Bedenken. Schliesslich war sie vorher längere Zeit arbeitsunfähig, es ging ihr über mehrere Monate wirklich nicht gut. Sie hatte mit den Auswirkungen von jahrelangem Mobbing zu kämpfen und musste erstmal wieder richtig auf die Beine kommen, ihr Selbstwertgefühl wiedererlangen und positiv in die Zukunft schauen. Das hat sie geschafft und ihren Traum verwirklichen können.

Ich denke, dass auch ich ganz viel zu ihrer Genesung beigetragen habe, und auch wenn ich nicht immer alles verstehe, was sie sagt, so kommen die Signale der Dankbarkeit, die sie mir immer wieder sendet, bei mir an. Außerdem leben wir ja schon lange zusammen und haben unsere Kommunikation in dieser Zeit sehr verfeinern können.

Ein wenig Angst hatte ich davor, dass Petra nun ihre Trainerqualitäten an mir ausprobieren wollte, und ich, als älterer Herr, Dinge lernen sollte, die mich überhaupt nicht interessieren. Dazu muss ich erklären, dass mein Frauchen in den ersten Jahren, in denen wir zusammengelebt haben, mehrere Versuche unternommen hat, mich für diverse Auslastungsmöglichkeiten zu begeistern. Erst als ich mich im zweiten Clickerkurs irgendwann auf den Rücken gelegt und signalisiert habe, dass es absolut nicht mein Fall ist, hat sie verstanden. Heute weiß ich, dass es ihr schlechtes Gewissen war, welches sie zu all diesen Aktionen bewogen hat. Sie dachte, sie müsste mir etwas in dieser Art bieten. Ich bin aber total zufrieden, wenn wir lange Spaziergänge machen, ich hier und da schnüffeln kann und auch mal nach Mäusen buddeln darf. Ansonsten ruhe ich gerne in mir, bin mir selbst genug und geniesse das Leben und gutes Essen.

Es gibt schon ein paar Dinge, die ich, seit Petra Trainerin ist, noch zusätzlich gelernt habe, aber die hat sie mir irgendwie nebenbei beigebracht, und ich hatte und habe wirklich Spaß daran. Gibt ja auch immer Leckerchen!

Zum Beispiel setze ich mich nicht mehr unwiderruflich auf meinen Popo, wenn Petra in eine andere Richtung gehen möchte, als ich. Wenn sie sagt „Weiter“ gefällt es mir nicht immer, aber ich laufe weiter. Und den Dreck aus dem Garten schüttel ich nicht mehr genau in dem Moment ab, in dem ich das Wohnzimmer betrete, sondern vorher, wenn Petra sagt „Schüttel“.

Ansonsten trifft es unsere Tagespflegehündin Felice, die montags und mittwochs hier ist. Eine Malinoi Hündin, die auch immer gerne lernen möchte, ich würde sagen, total heiß auf neue Lernerfahrungen ist. Was mir besonders gut gefällt ist, dass Felice, nachdem sie anfangs irgendwie immer unter Strom stand, gelernt hat, sich zu entspannen. Sonst hätte ich wahrscheinlich auch irgendwann ein Veto eingelegt und diese verrückte Nudel aus unserem Haushalt verbannt.

Nur wenn es um die Gegenkonditionierung und Desensibilisierung von Hunden geht, die Leinenagression gegenüber anderen Hunden zeigen, bin ich in den ersten Trainingseinheiten immer dabei. Ich muss aber auch nicht mehr machen, als in entsprechender Entfernung hin und her zu laufen oder mal ruhig zu sitzen, während der andere Hund sich bewegt. Klappt bisher immer sehr gut und die Leckerchen für mich sind auch nicht zu verachten.

Außerdem weiß Petra ganz genau, wann meine Geduld ein Ende hat und ich nicht mehr stur auf und ab gehen möchte. Würde sie niemals so direkt verraten, aber das muss ja auch nicht sein. Ich bin schließlich auch kein ausgebildeter Trainingshund.

Momentan mache ich mir ein wenig Sorgen, weil sich bei Petra unglaublich Druck bezüglich der Erlaubnispflicht nach §11 Absatz 8 Buchstabe f aufbaut. Sie hat eine so fundierte Ausbildung gemacht und mit bestandener Prüfung abgeschlossen. Das würde, meiner Meinung nach, absolut ausreichen, um ihr die Erlaubnis zu erteilen. Unser Veterinäramt sieht das leider anders. Nur die Zertifizierung vor der Tierärztekammer Niedersachsen reicht als Sachkundenachweis. Letzen Freitag hat sie die theoretische Prüfung bestanden. Aber nach der Prüfung ist vor der Prüfung, sprich Ende Januar hat sie ihren Termin für die praktische Prüfung und das Fachgespräch. Gestern hat sie sich noch mehr Bücher zum Lernen bestellt. Soll sie machen,  hauptsache sie dreht nicht am Rad.

Erstmal wollen wir doch ein besinnliches Weihnachtsfest und ein paar Tage später meinen Geburtstag feiern.

So, ihr Lieben, jetzt bin ich doch ein wenig müde und werde mich in eine von meinen vielen super bequemen Liege- und Schlafmöglichkeiten zurückziehen.

Ich nehme mir vor, Euch bald wieder zu schreiben, und wünsche Euch allen einen gemütlichen und besinnlichen 3. Advent.

Knuddelige Grüße

Euer Thalis

 

 

 

 

 

 

 

 

Hundebeschäftigung

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